Praxistipp – Schimmel selber entfernen

Praxistipp – Schimmel selber entfernen

In gewissen Räumen riecht es unangenehm, man hat Verfärbungen an den Wänden und man fängt an allergische Reaktionen oder ähnliches zu zeigen. Auslöser von all dem kann Schimmel sein. Dabei gibt es sehr viele unterschiedliche Schimmelarten. Die einen sind harmlos, andere dagegen stark gesundheitsgefährdend.

Doch wie bekomme ich den Schimmel wieder los?

Eines schon mal vorab: Sind Sie sich unsicher, sind die Flächen größer oder ist nicht ganz ersichtlich wie tief der Schimmelbefall geht, so holen Sie sich einen Berater zu Rate. Da Schimmel ein häufiges Problem ist, gibt es in jeder Gegend Fachfirmen oder Baubiologen, die euch hier gerne beraten.

Schritt 1: Feststellen des Befalls

Vorab ist wichtig zu wissen, um welche Art von Schimmel es sich handelt und wie stark der Befall ist. Unseren Praxistipp wenden wir an folgendem Fenster an:

Schwarzschimmel in Fensterecken

Um festzustellen wie groß der Befall ist, kratzen wir vorsichtig mit einer Spachtel etwas von der Farbe ab. Wir stellen dabei fest: Der Putz ist fest, die Farbe haftet gut und zwischen Putz und Farbe haben wir keine Verfärbungen. Es scheint nur der unmittelbare Fensterbereich befallen zu sein. Außerdem handelt es sich unverkennbar um Schwarzschimmel.

Da Schwarzschimmel gesundheitsgefährdend ist, müssen wir unbedingt eine persönliche Schutzausrüstung verwenden. Auch beim ersten Schritt haben wir daher schon auf Atemmaske und Schutzhandschuhe zurückgegriffen. Am Ende des Artikels werden alle verwendeten Werkzeug etc. beschrieben.

Schritt 2: Entfernen der Silikonfuge

Da vor allem die Silikonfuge betroffen zu sein scheint, haben wir uns dazu entschieden, diese bei der Maßnahme austauschen. Wir entfernen sie daher vorsichtig mit einem (Cutter-)Messer. Wir achten darauf, dass keine Rückstände an Holz und Putz zurückbleiben.

Silikonfugenreste auf dem Fensterbrett

Schritt 3: Behandeln der Putzflächen

Da es sich hier lediglich um einen Pilzbefall an der Öberfläche handelt, behandeln wir diese mit Wasserstoffperoxid. Ja wir nutzen hier mal die chemische Keule. Unsere Gesundheit ist das höchste Gut und das gilt es mit allen Mitteln zu schützen.

Behandlung der Bauteile mit Wasserstoffperoxid

Wir nutzen eine Sprühflasche um das chemische Mittel aufzutragen. Nachdem wir es ca. 30 Minuten einwirken haben lassen, nehmen wir einen handelsüblichen Schwamm und etwas Wasser und reinigen die Flächen. Da Wasserstoffperoxid bei Augenkontakt Schäden anrichten kann, benutzen wir lieber eine Schutzbrille. Sicher ist sicher!

Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Schritt 4: Verputzen der geschädigten Flächen

Da bei uns die glatte Oberfläche nicht gegeben war (Bestandsputz), ziehen wir an geschädigten Stellen nochmal dünn einen Putz auf. Obwohl für die Nutzung ein Kalk-Gips-Putz ausreichend wäre, wählen wir einen Putz auf Kalk-Zement-Basis. Der Gips führt zu einem niedrigerem PH-Wert, was Schimmelwachstum begünstigt. Durch die Alkalität und die des Kalk-Zement-Putzes wird erneutem Schimmelwachstum entgegengewirkt:

Aufziehen eines Kalk-Zement-Putzes

Nachdem der Putz mit einer Glättkelle aufgezogen wurde, muss er erstmal etwas fest werden. Danach wir er mit einem Schwambrett gefilzt.

Schritt 5: Streichen der Flächen

Auch für den Anstrich der entsprechenden Flächen benutzen wir aus den oben bereits genannten Gründen eine Kalkfarbe. Sie ist natürlich und bietet (wenn auch einen begrenzten) Schutz gegen Schimmelwachstum. Bevor diese Schritte geschehen können, müssen wir allerdings die verputzten Flächen noch mit einem Schwammbrett filzen. Nehmen Sie dabei nicht zu viel Wasser.

Gefilzte Flächen nach Schimmelentfernung

Da wir dem Putz etwas Zeit geben wollen, um auszutrocknen, haben wir die nächsten Schritte nicht fotografiert (da noch nicht geschehen)

Schritt 6: Herstellen Silikonfuge

Als letzter Schritt kann die Silikonfuge wieder hergestellt werden. Sie ist wichtig, da in der Putzschicht (am Übergang zwischen Putz und Fenster) verschiedene Materialausdehnungen bei Veränderung der Temperatur bestehen. Risse wären also zu erwarten. Die Silikonfuge stellt eine daueralstische Fuge dar, welche diese Spannungen bis zu einem gewissen Maß aufnehmen kann.

Verwendete Materialien (Affiliate-Links):

FFP3-Atemmaske

Wasserstoff-Peroxid-Spray

Kalk-Zement-Putz

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