Kork – mehr als nur ein Flaschenverschluss

Kork – mehr als nur ein Flaschenverschluss

Bekannt ist der Rohstoff Kork vor allem als Verschluss für Wein- oder Sektflaschen. Doch auch als Baustoff hat sich Kork seit langem bewährt. Nur wenige wissen allerdings worum es sich bei Kork eigentlich handelt.

Wie wird Kork hergestellt?

Bei diesem Baustoff handelt es sich eigentlich um einen Holzbaustoff. Hierzu wird die Rinde der Korkeiche (Vorkommen in Nordafrika und Südwesteuropa) geerntet. Auch, wenn die Bäume nach der Ernte etwas nackt aussehen, erholen sie sich wieder vollständig. Die Rinde wächst wieder nach und kann nach geraumer Zeit wieder geerntet werden. Die Bäume tragen in der Regel keine Schäden vom Erntevorgang davon.

Nach der Ernte werden Schädlinge durch ein Wasserbad (ggf. auch kochendes Wasser) entfernt. Anschließend erfolgt, wie es bei Holzbaustoffen üblich ist, der Trockenvorgang. Die Rinde wird danach zerkleinert. Der Herstellungsprozess endet hier schon für einige Korkprodukte (z.B. Korkzuschlag für Wärmedämmputze). Für andere Produkte ist im Anschluss noch ein Pressvorgang nötig, der meist unter Zufuhr von Wärmeenergie erfolgt. Der Kitt für die Zellulose ist hierbei Suberin, der natürliche Hauptbestandteil von Kork. Presskorkplatten dagegen werden von Kunstharzen zusammengehalten. Auch hier lohnt es sich genau bei der Produktbezeichnung hinzusehen!

Welche Eigenschaften besitzt Kork?

  1. Leichter Baustoff

Durch den hohen gasförmigen Anteil des Baustoffes hat ein Fußboden aus Kork eine relativ geringe Rohdichte von ca. 450 kg/m³. Zum Vergleich liegt ein Eichenparkett bei einer Rohdichte von 710 kg/m³. Ein deutlicher Unterschied, der sich vor allem bei Umbauten im Bestand bei schwierigen statischen Verhältnissen bezahlt machen kann.

2. Antistatischer Baustoff

Vor allem bei Korkböden macht sich die antistatische Eigenschaft positiv bemerkbar. Sie führt dazu, dass es Hausstaubmilben deutlich schwerer haben, im Gebäude zu überleben als bei z.B. Teppichböden

3. Nachhaltiger Rohstoff

Bei Kork handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff (Nachhaltigkeitssiegel), der immer wieder geerntet werden kann, ohne den Baum zu schädigen. Sofern es sich um ein reines Korkprodukt handelt, kann es auch vollständig recycelt werden.

4. Gute Wärmedämmeigenschaften

Die oben beschriebene geringe Rohdichte macht sich natürlich auch im Bezug auf die Wärmedämmeigenschaft bemerkbar. Je höher der gasförmige Anteil im Baustoff ist, desto besser ist auch sein Wärmedämmwert.

5. Angenehme Nutzung

Als Bodenbelag ist eine Nutzung problemlos möglich. Das Produkt lässt sich leicht reinigen (eben und fugenlos). Trotz seiner Leichtigkeit ist der Stoff sehr feuchteresistent. Außerdem kommt einem der Kork im Winter warm und im Sommer kühl vor. Es stellt sich zu jeder Jahreszeit eine angenehme Temperatur ein.

6. Elastizität

Man unterscheidet in plastische und elastische Bauteile. Plastische Bauteile behalten nach Verformung diese Form. Bei elastischen Produkten stellt sich die ursprüngliche Form wieder ein.

Welche Einsatzgebiete erfahren Korkbaustoffe?

  • Fußbodenbelag
  • Außendämmung (wie Wärmedämmverbundsystem oder Aufdachdämmung)
  • Innendämmung (wie Zwischensparrendämmung)
  • Trittschalldämmung
  • Korktapeten

Ich hoffe, wir konnten euch einen kleinen Überblick über Korkbaustoffe geben. In diesem Sinne, schafft mit eurer grünen Stimme!

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